Zwillinge – Glück und Stress im Doppelpack

Andrea RathBaby

Tipps und Informationen für die Zwillingsschwangerschaft

Du warst bei deinem Arzt und hast erfahren, dass du Zwillinge erwartest? Dann bricht deine Welt vielleicht gerade ein bisschen zusammen, denn immerhin liegt die Wahrscheinlichkeit einer zweieiigen Zwillingsgeburt bei gerade einmal 1:85. Eineiige Zwillinge kommen sogar nur einmal alle 250 Schwangerschaften vor. Das heißt, nur eine von 85 Frauen, beziehungsweise eine von 250 Frauen erwartet zwei Babys auf einmal. Ob eineiige Zwillinge oder zweieiige – zwei Babys auf einmal sind in jedem Fall mit einer Menge Arbeit verbunden – aber auch mit doppeltem Glück und doppelter Freude.

 

Welche Rolle spielt die Vererbung?

Gibt es in deiner Familie mütterlicherseits bereits eines oder mehrere Zwillingspaare, so steigt die Wahrscheinlichkeit, dass auch du Zwillinge bekommst. Außerdem wird ein direkter Zusammenhang zwischen Größe der Mutter, Alter und Gewicht und der Wahrscheinlichkeit einer Zwillingsschwangerschaft hergestellt. Bei einer großen Frau, die sich verantwortungsbewusst ernährt und nicht untergewichtig ist, steigt die Möglichkeit einer Zwillingsgeburt um bis zu 30%. Hinzu kommt, dass der Körper mit erhöhtem Alter mehr Hormone ausschütten muss, um einen Eisprung anzuregen. Das hat zur Folge, dass oft zwei Eizellen zur Befruchtung bereit stehen und so eine Zwillingsschwangerschaft entsteht.

 

Invitrobefruchtung hat oft eine Zwillingsschwangerschaft zur Folge

Der Grund hierfür ist einfach. Wird die Eizelle außerhalb des Körpers befruchtet und dann in die Gebärmutter eingesetzt, so kommt es trotz allem immer wieder dazu, dass sie sich nicht einnistet. Da Invitrobefruchtung aber ein komplizierter und kostenintensiver Vorgang ist, der auch mit einer psychischen Belastung einhergeht, setzen Ärzte bis zu drei befruchtete Eizellen in die Gebärmutter ein.
Das erhöht natürlich die Möglichkeit Zwillinge zu bekommen enorm, denn es ist nicht unüblich, dass sich doch mehr als eine Eizelle einnistet. Die beiden Babys sind dann zweieiige Zwillinge, denn sie stammen aus zwei verschiedenen Eizellen.

schwanger mit Zwillingen - doppeltes Glück

Der Unterschied zwischen eineiigen und zweieiigen Zwillingen

Gehörst du zu den wenigen Frauen, die gleich zwei Herzen auf dem Ultraschallbild schlagen sehen, dann stellt sich nun die Frage, ob die Embryos eineiig oder zweieiig sind.

Zweieiige Zwillinge entstehen durch die Befruchtung von zwei unterschiedlichen Eizellen, die zum Zeitpunkt der Befruchtung quasi bereitstanden. Aufgrund von hormonellen Schwankungen kann es dazu kommen, dass dein Körper zwei Eizellen ins Rennen schickt und mit etwas Glück bist du dann gleich in zweifacher freudiger Erwartung.
Die Kinder sind offiziell Zwillinge. Sie sind aber genauso unterschiedlich wie „normale“ Geschwisterkinder auch. Sie können anders aussehen, sich verschieden entwickeln und sogar unterschiedlichen Geschlechts sein.

Anders ist das bei eineiigen Zwillingen. Sie entstehen aus nur einer Eizelle, teilen sich sämtliches Erbgut und sehen daher beinahe identisch aus. Auch das Geschlecht ist bei eineiigen Zwillingen gleich, entweder bekommst du zwei Mädchen oder zwei Jungen.
Etwa zwei Drittel aller eineiigen Zwillinge teilen sich sogar eine Fruchtblase und/oder eine Plazenta.
Lediglich der Fingerabdruck ist wie bei zweieiigen Zwillingen unterschiedlich.

 

Jeder hat seinen eigenen Fingerabdruck

Der Fingerabdruck eines Embryos wird ungefähr im vierten Schwangerschaftsmonat ausgebildet und hat nur bedingt etwas mit der Vererbung zu tun. Er ist hauptsächlich von den Gegebenheiten in der Gebärmutter abhängig und funktioniert zudem nach dem Prinzip der natürlichen Individualität, denn die Natur bringt nie zwei komplett identische Lebewesen hervor, es wird immer Unterschiede geben. Der Vorgang der Ausbildung der vielen kleinen Papillarleisten, die den Fingerabdruck ergeben, ist also viel zu komplex, als dass er zweimal auf dieselbe Weise verlaufen könnte.

Informationen und Tipps zur Zwillingsschwangerschaft

Vererbung, künstliche Befruchtung oder einfach nur Glück – die Freude sollte riesig sein

Was auch immer zu deiner Zwillingsschwangerschaft geführt hat – Vererbung oder Invitrobefruchtung – sie ist in jedem Fall mit einem erhöhten Risiko verbunden.

Es kann zu einem vorzeitigen Blasensprung oder auch zu vorzeitigen Wehen und einer daraus resultierenden Frühgeburt kommen. Auch die Wahrscheinlichkeit einer Plazentainsuffizienz ist erhöht. Das heißt die Plazenta funktioniert nicht zu einhundert Prozent, um die Babys ausreichend zu versorgen.
Aufgrund des erhöhten Schwangerschaftshormonspiegels kann es zu übermäßiger Übelkeit oder Erbrechen kommen. Und nicht zuletzt ist das Risiko eines Kaiserschnittes erhöht.
Doch von solchen statistischen Werten solltest du dich nicht von der großen Freude über deine Zwillinge abbringen lassen. Auch eine „einfache“ Schwangerschaft verläuft nicht risikolos und ist nicht immer ein Spaziergang.

Immerhin gibt es auch jede Menge Vorteile, wie die unbestreitbare Tatsache, dass du quasi „alles in einem Abwasch“ erledigen kannst. Die beiden Geschwister wachsen von Anfang an miteinander auf und gerade eineiige Zwillinge verbindet ein lebenslanges und ganz besonderes Band.

Ob du Zwillinge bekommst kann dir Dein Arzt ungefähr ab der 7. Schwangerschaftswoche sagen, denn dann ist der Herzschlag sichtbar. Bei zweieiigen Zwillingen oder bei getrennten Fruchtblasen ist das sogar früher möglich, da auf dem Ultraschall schon vorher zwei Fruchthöhlen sichtbar sein können.

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