Geburtsbericht meines zweiten Kindes

Andrea RathSchwangerschaft

Geburtsbericht des zweiten Kindes

Hier berichtet Vanessa von der ambulanten Geburt ihres zweiten Kindes. Sie verließ das Krankenhaus bereits einen Tag nachdem ihr Baby zur Welt kam. Nicht zuletzt weil sie wusste, dass sich zu Hause eine tolle Hebamme um sie und ihr Kind kümmern wird.

Geburtsbericht

Bei meinem 2. Kind setzten die Wehen schon 1 Monat vor dem errechneten Termin ein. Immer wieder hatte ich in der Nacht leichte bis mittelstarke Wehen, die in sehr unregelmäßigen Abständen kamen.

Durch die schlechte Erfahrung beim ersten Kind mit der Betreuung im KH habe ich mich dieses Mal entschieden, eine ambulante Geburt zu machen mit Hebammen Betreuung davor und danach.

Übrigens: wenn ihr eine Zusatzversicherung habt, lest genau eure Policen, denn bei mir wurde alles gezahlt (also Differenz zwischen dem, was die Kasse zahlt und dem tatsächlichen Rechnungsbetrag) und das obwohl auf Nachfrage bei der Versicherung gesagt wurde, dass dies nicht gedeckt ist.

Das war im Nachhinein betrachtet wirklich eine sehr gute Entscheidung. Was diese Entscheidung noch begünstigt hat, war, dass ich dann gleich wieder bei meiner erst 18 Monate alten Tochter zu Hause bin. Gerade weil sowieso so eine große Veränderung stattfinden wird, dachte ich es wäre das Beste für sie, wenn nicht plötzlich Mama noch tagelang weg wäre. Natürlich hatte ich immer im Hinterkopf, wenn es nun eine Kaiserschnitt Entbindung werden würde, dass ich dann im KH bleiben müsse.

Auf jeden Fall bedingt durch die sehr frühen, häufigen Wehen, war ich echt dankbar, jeden Tag meine Hebamme kontaktieren zu können und mir auch Tipps zu holen. Nachdem der Zwerg am errechneten Termin noch nicht da war, wurde ich immer nervöser. Immer wieder Fehlalarme in der Nacht und in der Früh war der Spuk meist wieder vorbei.

Ab dem errechneten Termin, begann ich mit der Hebamme kleinere Helferchen auszuprobieren, die die Wehentätigkeit anregen sollten. Das tolle war, dass mir die Hebammen auch gut zuredete, gerade auch wegen einer Geburtseinleitung, die das KH schon recht rasch vornehmen wollte und gerade auch deswegen, weil sich das Wochenende näherte und sie meinten, dass es ihnen wegen des Personals lieber wäre, wenn das Baby vorher kommt. Lasst euch so etwas ja nicht einreden. Wenn ihr meint, der Zwerg kann ruhig noch im Bauch bleiben und es keine Komplikationen gibt, dann spricht auch nichts dagegen. Das sagte mir damals auch meine Hebamme.

Es geht los..

Mit viel Vehemenz konnte ich also den Zwerg bis 8 Tage nach ET im Bauch behalten und die Wehen setzten dann von ganz alleine ein. Dieses Mal brachten sie mich gleich in den Kreißsaal und haben den Muttermund vermessen und ein CTG gemacht. Es ging um einiges schneller wie beim ersten Kind. Der Muttermund war auch schon recht weit geöffnet. Eine Stunde nach dem Eintreffen im KH ist dann auch die Fruchtblase geplatzt. Von da an wurden die Wehen rasant stärker und kamen in kürzeren Abständen.

Nach einer Tastuntersuchung der Hebammenstudentin sagten sie mir, dass mein Baby in Sternguckerposition läge. Ich musste also die Position wechseln und mich kniend an das Bettkopfteil lehnen. Das war eine echt anstrengende Position, aber scheinbar die einzige Möglichkeit das Baby noch zu drehen. Irgendwann sagte ich von mir aus, dass ich so nicht mehr bleiben kann und legte mich einfach um. Kurze Zeit später war ein richtiger Auflauf im Zimmer: Ärzte und Assistenzärzte, die mir plötzlich eine Sauerstoffmaske ins Gesicht drückten. Ich fühlte mich, als ob ich durch die Maske keine Luft mehr bekommen würde. Ich riss das Ding weg und presste wie verrückt, dass alles endlich vorbei ist. Kurze Zeit danach war mein Zwerg da.

Den ganzen Auflauf konnte ich  damals nicht verstehen. Es wurde auch auf Nachfrage damals nichts gesagt, warum alle so aufgeregt waren und was da passiert war oder sie glaubten das passieren würde. Es ist echt traurig, dass man da nicht einbezogen wird und man nur hilflos da liegt und alles über sich ergehen lassen muss. Auch danach bekommt man keinen wirklichen Geburtsbericht.

Nachdem mein Zwerg später schwere Schlafprobleme hatte, wollte ich die Ursachen erforschen. Manchmal liegt das an einem Geburtstrauma. Ich wusste letztendlich nicht, ob mein Sohn nun als Sternengucker auf die Welt gekommen war oder er sich noch in letzter Sekunde gedreht hat.

Nachdem alles gut gegangen war, wusste ich, dass ich das KH am nächsten Tag verlassen werde. Deswegen und auch weil es mein 2. Kind war, nahm ich alles wie es war.

Ich stellte mich auf Probleme ein und ich wusste dieses Mal habe ich meine Hebamme zu Hause, die mir beim Stillen helfen kann und auf Fragen besser eingeht, wie es beim ersten Kind im Krankenhaus gemacht wurde. Und so war es auch. Gleich am nächsten Tag nach der Entlassung kam meine Hebamme und auch die zwei darauf folgenden Tage. Sie war so einfühlsam und ruhig. Man fühlte sich sehr gut aufgehoben und wenn Probleme auftraten, war sie immer erreichbar und half, auch lange Zeit nachdem die eigentliche  Betreuung schon beendet war.

Autorin: Vanessa M.

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