Erstens kam es anders und Zweitens auch

Andrea RathBaby

Eine Schwangerschaft, vor allem die erste, kann durchaus auch beängstigend sein. Ich selbst hatte auch so meine “WTF” Momente. Man durchlebt so viele Veränderungen – physisch und psychisch.

Deine Umgebung und die gut gemeinten Ratschläge, die dich in den Wahnsinn treiben. Der Schlafentzug, der schon in der Schwangerschaft beginnt. Es heißt, der Körper bereitet sich darauf vor was kommt. #teamnosleep Die Toilette, die zu deinem zweiten zu Hause wird. Vor allem im letzten Drittel der Schwangerschaft, wo dein Baby deine Blase als Trampolin benützt.

Dein Bauch wird zu einem Hand Magnet.“Mein Tanzbereich und dein Tanzbereich” – Diskretionsabstand scheint es auf einmal nicht mehr zu geben. Es gibt natürlich auch Mütter, die solche Dinge genießen, aber einige (mich inkludiert) hassen es.
Mein absoluter Favorit – “du hast aber einen riesigen Bauch”. Ich hörte es andauernd. Danke, ich bin mir meines voluminösen Umfangs durchaus bewusst und ja, da ist nur eins drin und nein, es ist noch nicht bald soweit.

Es ist normal nervös und aufgeregt zu sein, über die Schwangerschaft und die Veränderungen die man durchlebt. Jede Schwangerschaft ist anders und jede Frau empfindet diese Veränderungen unterschiedlich. Manche lieben es schwanger zu sein und manche nicht. Die Aufregung kurz vor der Geburt. Danach die Nervosität alles richtig zu machen. Hat man sich genug “Anfangswissen” über Babys angeeignet!?

Glaube mir, am Tag an dem dein Kind geboren wird, ist auch der Tag an dem du als Mutter geboren wirst. Unterschätze also niemals dein Bauchgefühl. Der Mutterinstinkt ist etwas großartiges und es gibt keine stärkere Bindung, als die zwischen Mutter und Kind. Es ist wie ein sechster Sinn.

Meine zwei Kinder wurden jeweils per ungeplantem Kaiserschnitt geboren und es war mir auch nicht möglich sie zu stillen. Ich habe es mir natürlich völlig anders vorgestellt und gewünscht. Bin aber zum jetzigen Zeitpunkt froh und dankbar, dass es die Möglichkeit Kaiserschnitt gibt, sonst hätte nämlich, vor allem die erste Geburt, keinen positiven Ausgang gehabt. Und bei meiner zweiten Geburt war ich nach 3 Tagen im Kreisssaal und 12 Stunden künstlich eingeleiteter Wehen unglaublich enttäuscht, aber auch erleichtert, dieses medizinische Mittel zur Verfügung zu haben. Ich habe lange darunter gelitten es “nicht geschafft” zu haben, denn ich hatte ja keine “richtige Geburt”. Ich habe ja anscheinend den “einfachen” Weg gewählt. Naja, gewählt habe ich es nicht und von einfach ganz zu schweigen. Vor allem bei meinem zweiten Kind habe ich es mir noch viel mehr gewünscht, dass alles “normal” läuft. Ich war der Ansicht, dass es nur so für mich und mein Baby beglückend sein kann.

Warum wird eine natürliche Geburt von manchen als das einzig Richtige idealisiert? Ein Kaiserschnitt ist auch eine Geburt und verlangt einem genauso seelische und körperliche Höchstleistungen ab.
Wenn ich nochmal zurückgehen könnten und meinem 30jährigem ICH ein paar Tips geben könnte – würde ich etwas anders machen? Wahrscheinlich nicht, denn nichts hätte mich auf dieses Erlebnis vorbereiten können.

Jede Mutter ist einzigartig und deshalb ist es so wichtig, dass wir einander unterstützen, unabhängig von den individuellen Entscheidungen die wir während der Schwangerschaft, Geburt und Kindererziehung treffen.

Manche Mütter stillen, andere geben die Flasche. Manche Mütter bleiben zu Hause, andere steigen wieder ins Berufsleben ein. Manche Mütter leiden an PND, andere nicht. Manche Mütter haben einen Kaiserschnitt, andere eine natürliche Geburt. Manche Mütter verlieren ihre Schwangerschaftskilos, andere nicht. Manche Mütter haben eine Routine, andere nicht. Manche Mütter tragen Make up, andere nicht.

Autorin: Sabrina Gsaller, Zweifachmama aus Osttirol

3 Comments on “Erstens kam es anders und Zweitens auch”

  1. Liebe Sabrina,

    das hast du wirklich schön geschrieben. Ich als Noch-Nicht-Mama, sondern Studentin freue mich jetzt wirklich auf diese ganz besondere Zeit, wie auch immer sie bei mir verlaufen wird. Du bzw ihr habt 2 zuckersüße Kinder und ich kann mich sehr glücklich schätzen, wenn auch ich das irgendwann schaffe.

    Fühl dich gedrückt – du bist eine tolle Mama

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